Erziehung
Bislang wurde das Baby vom Züchter, im Wesentlichen aber von seiner Mama und seinen zahlreichen "Gouvernanten" erzogen.
Man kann vereinfacht sagen,was eine Katzenmama tut und lässt, lehrt sie auch ihre Kinder. Mama kümmert sich um die Stubenreinheit, um Tischmanieren, sie macht den Kleinen klar, womit sie spielen dürfen und womit nicht. Tun die Babys etwas, was Mama nicht passt, so wird sie die kleinen Übeltäter im Nackenfell vom Ort des Geschehens wegtragen, hin zu einem Ort, der ihr günstiger erscheint. Hier wird sie munter plaudernd mit dem Nachwuchs verweilen. Genauso machen Sie es auch!
Ist ein Baby unartig, nehmen Sie es im Nackenfell hoch und stützen mit der anderen Hand den Po (keine Sorge, Sie tun dem Kleinen nicht weh damit!). Sagen Sie energisch NEIN, und tragen es dann zu einem günstigeren Ort. In der Regel wird das der Kratzbaum sein. Hier bleiben Sie ein wenig und spielen freundlich plaudernd mit dem Kleinen. Diese Form der Erziehung ist katzenkindgerecht!
Versuchen Sie bitte niemals, ein Katzenkind wie ein Menschenkind zu erziehen!
Eine Erziehung wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie dem Katzenkind verständlich ist. Anschreien und Schlagen macht den Neuankömmling garantiert neurotisch. Es bewirkt fast immer das Gegenteil! Beherzigen Sie den Grundsatz:
BELOHNEN STATT BESTRAFEN!
Wiederholtes schlechtes Benehmen ist eher Trotz und Starrsinn als Unverständnis! Vorausgesetzt, Sie haben es katzenkindgerecht deutlich gemacht!
Nun gibt es auch bei noch so guter Erziehung einige Dinge, die aus Gründen der Sicherheit beachten werden sollten:
- Lassen Sie bitte nach dem Kochen die Töpfe auf den noch heißen Herdplatten stehen (ein wenig Wasser im Topf beugt Anbrennen vor). Frisch zubereitete Speisen duften nun mal gut und da kann jede noch so artige Katze in Versuchung geraten.
- Vergewissern Sie sich vor dem Einschalten von Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler und Backofen immer, wo das Kätzchen gerade steckt!
- Lassen Sie niemals Bügelbrett und Bügeleisen unbeaufsichtigt stehen.
- Vergessen Sie das Märchen von der wasserscheuen Katze. Speziell Badewasser mit verlockend knisterndem Badeschaum ziehen einige Katzen magisch an.
- Offene Konservendosen gehören in einen geschlossenen Müllbehälter. Die scharfen Kanten, speziell von Futterdosen, haben schon so manch einer Katze eine Klinke in Zunge oder Ohr beigebracht!
- Bewahren Sie bitte Reinigungsmittel grundsätzlich in einem geschlossenen Schrank auf!
- Besondere Vorsicht gilt bei brennenden Kerzen und Heizlüftern.
- Schmücken Sie in der Weihnachtszeit den Weihnachtsbaum unbedingt ohne Lametta! Christsterne sind hochgiftig!
- Vorsicht bei Plastik! Geschenkbänder werden gerne von Katzen gefressen (das gleiche gilt für Wollknäuel), ebenso kleine Plastikteile, wie sie oft in Kinderspielzeug vorhanden sind.
Zu guter letzt noch ein paar Worte zu plötzlich auftretender Unsauberkeit. Diese kann viele Gründe haben. Am besten lassen Sie das Katzenkind in diesem Fall erst einmal vom Tierarzt untersuchen. Ist körperlich alles in Ordnung, müssen Sie die Unsauberkeit als Protest betrachten. Häufig sind die Gründe ziemlich offensichtlich:
- Das Katzenklo steht an einem zu lauten Platz.
- Die Katzenstreu ist minderwertig und riecht übel.
- Das Katzenklo wird zu wenig gereinigt.
- In der Wohnung herrscht ungewohnte Unruhe, z.B. durch Renovieren.
- Ein geliebter Mensch ist plötzlich weg (Urlaub, Scheidung) oder krank.
- Katzen, die sehr aufeinander fixiert sind, werden getrennt.
- Möbel, speziell der Kratzbaum, wurden erneuert.
Dieses sind nur einige Beispiele, welche Unsauberkeit erklären können. Prinzipiell gilt:
Wer sucht, findet!
Strafen Sie Ihre Katze keinesfalls, auch wenn Ihre Wut verständlich ist. Finden Sie besser die Ursache des Übels. Denken Sie immer daran: Ein erkannter Feind ist keiner mehr!
